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Entwicklungsphasen bei Welpen

Die Entwicklungsphasen eines Welpen

In unserer Hundeschule werde ich immer wieder gefragt, wann die Prägephase aufhört und "ob man da noch was machen kann, der Hund sei so ängstlich".
Wie im Teil "Welpenprägung" bereits beschrieben handelt sich bei der Prägung um eine eine irreversible (nicht umkehrbar) Form des Lernens. Das heißt, was in dieser Phase versäumt ist, holt ein Lebewesen nicht wieder auf.
Wächst ein Welpe "ganz idyllisch" bei einem Bauern im Stall auf, ohne je im Haus eines Menschen gewesen zu sein, Geräusche die dort sind, nicht kennen gerlernt hat, nie Kontakt zu anderen Tieren, Menschen eigentlich nur kennt, wenn sie das Essen bringen oder sauber machen usw tragen irreversible Schäden davon, die auch durch gezieltes, langwieriges Training nur sehr bedingt korrigierbar sind, manchmal eben auch gar nicht.

Hier mal ein Einblick in die Entwicklungsphasen eines Hundewelpen (nach E. Trummler).

(Der Bunesverband der beamteten Terärzte (BbT) weißt zum Teil auf andere Zeiten hin. Z.B. beschreiben sie die Prägephase ab der 6 Woche bis zur 16 Lebenswoche. Dies hat erstens mit den sehr unterschiedlichen Rassen zu tun, auch einer "übereifgrigen" Prägung, die schnell zur Überforerung führt will man hier vorgreifen.
Nach Eberhard Trummler, Dr. D. Fleig und anderen namenhaften Wissenschaftlern und Züchtern ist aber eine frühere Zeit als richtig angegeben).

Die vegetative oder neonatale Phase

Diese erste Phase, die mit dem Tag der Geburt beginnt, dient rein dem ersten großen Wachstumsschub des Welpen. In dieser Phase wird nur getrunken und geschlafen. Hundewelpen werden mit fest verschlossenen Augen und Ohren geboren. Sie können also weder sehen noch hören, blind und taub sind sie aber nicht, wie häufig dargestellt, denn das wäre nicht regulierbar!
In dieser Phase sieht man sehr stark das Kontaktliegen. Dies hat aber rein gar nichts mit einem Sozialverhalten zu tun, sonern nur mit dem Drang nach Wärme. So liegen Welpen über und untereinander und "kuscheln" sich aneinander.
Diese Phase endet ca mit 10-16 Tagen. Eigentlich mit dem Tag, an dem sich die Augen öffnen.

Die Übergangsphase

Mit dem Tag, an dem die Welpen ihre Augen öffnen beginnt die Übergangsphase. Der Übergang vom rein instinktiven Saug- und Schlafverhalten in eine wachere und entdeckungsreiche Phase.
Mit jedem Tag, der nun folgt erwachen die Sinne eines kleinen Hundes mehr. Zwar sehen sie noch nicht richtig wenn sich die Augen öffnen, doch kann man deutlich erkennen das sie nach und nach ihre kleine "Umwelt" bewusster wahrnehmen.
So nehmen sie nun auch tatsächlich ihre Geschwister und die Mama wahr. Auch uns Menschen, wenn wir sie auf den Arm nehmen bestaunen sie neugierig. Sie stellen sich auf ihre Beinchen und wackeln im Wurflager umher.
Die ersten zaghaften Bell- und Knurrgeräusche erklingen. Manchmal habe ich den Eindruck, sie erschrecken sich beinahe vor sich selber beim ersten echten Bellerchen. Dann aber wackeln sie stolz umher und knurren ihre Geschwister an.
Sie belecken sich gegenseitig und knabbern an den Ohren und Pfoten der anderen, die das wiederum mit ihrem ersten Knurren quittieren.

In dieser Phase bekommen sich nicht nur ihre erste Wurmkur, sondern können auch schon mal mit etwas Tatar gefüttert werden.
Diese Phase dauert rund eine Woche und endet meist am 21 Tag.

Die Prägephase

Pgrägephase oder auch sensible Phase (Dr. D. Feddersen-Petersen)
Viele die das jetzt lesen wundern sich, so früh beginnt die Prägephase?

Ja. Ab dem 21 Tag eines Hundewelpen ändert sich spontan das Nesthockerverhalten und sie versuchen schon mal der Mama hinterher zu laufen. Ab dem Tag, an dem die Welpen ihre Wurfkiste verlassen, werden sie definitiv geprägt. Jetzt sind die Sinne bereits voll ausgeprägt, sie sehen richtig und hören gut. Nun fangen sie auch an, richtig miteinader zu spielen. Alles was ein Hund ausmacht wird geübt. Das Fell sträuben, Abwehschnappen, knurren und bellen. Auch freuen sich Welpen schon in diesem Altern über etwas Spielzeug. Ein großer Ball oder etwas zum ziehen und reißen finden sie toll.
In dieser Zeit ist es wichtig, das unsere Welpen immer neuen Reizen ausgesetzt ist. Natürlich langsam, nicht alles auf einmal. Wir haben ja Zeit bis zur 8 Woche. Verschiedene Geräusche, Untergründe, Menschen verschiedener Altersgruppen, auch die aneren Hunde aus dem Rudel können ab der 6 Woche nach und nach zu den Welpen. Sie gehen dann gerne nach draußen, erforschen auch dort neugierig ihre Umwelt. Auch hier ist wieder der Züchter gefragt, der seinen Welpen einen abwechslungsreichen Spielplatz zur Verfügung stellt. Wir fahren ab der 6 Lebenswoche mit den Welpen auch schon mal eine kleine Runde mit dem Auto.

Abbildung: ColorBulls Alfred und Asia -

Die Sozialisierungsphase

Die Fachliteratur bezeichnet gerne die gesamte Zeit ab der 3 bis zur 16 Lebenswoche als Sozialisierungsphase und unterteilt diese ann wie oben angegeben in Prägephase.
Die weitere Prägung auf Umweltreize und die Regeln es Soziallebens mit Menschen und Hunden / und anderen Tieren ist nun im absoluten Vordergrund. Die Beißhemmung beispielsweise wird auch in diesem Abschnitt gelernt. Sie lernen das Verhalten Konsequenzen hat. "Wenn ich zubeiße, gibt es ein Echo.."

Noch nie waren die Anforderungen an unsere Haushunde so gross und umfassend wie in unserer heutigen Zeit. Oft ihrer natürlichen Veranlagung, ihren angezüchteten Neigungen entgegen, müssen sie sich in unserer Welt stets zurecht finden. Angst, Scheu, aggressive Abwehr sind unerwünscht. Er muss heute neue Aufgaben erfüllen, die seinem natürlichem Zweck entfremdet sind. Zumeist solle er einfach “nur” Sozialpartner sein, Familienhund.

Strassenlärm, Autoabgase, schimpfende Menschen, schreiende Kinder, beengte Wohnräume und vieles mehr, auf das er von Geburt an nicht vorbereitet war, strömt auf ihn ein.
Der Hund ist ein hochsoziales Wesen, mit eigener Persönlichkeit, Schwächen und Stärken die unter anderem auch auf die von uns Menschen selbst gezüchteten, unterschiedlichen Rassen zurückzuführen sind.
Die Verantwortung die hier ein Züchter hat ist enorm!

Die Sozialisierungsphase ist bis zur 10 Woche Aufgabe des Züchters. Aber bis zur ca 16 Lebenswoche geht es weiter!
Das ist dann Aufgabe es neuen Eigentümers! Nur zuhause bleiben aus Angst vor Krankheiten oder bösen aneren Hunden wäre hier kontraproduktiv. Soll dein Hund dich später ins Büro begleiten, nimm ihn schon als Welpen öfter mal für eine kurze Zeit mit und zeige ihm alles. Ihr wollt viel mit em Wohnmobil reisen? Fahr doch mit Deinem Welpen mit dem Wohnmobil für eine Stunde raus ins Grüne!
Der Züchter und / oder eine gute Hundeschule hilft dir sicher gerne weiter.



Die juvenile Phase

Gleich nach der Sozialisierungsphase folgt die juvenile Phase. Diese Phase dauert bis zur Geschlechtsreife.
Diese Phase wird nochmals unterteilt in
Rangordnungsphase und Rudelornungsphase
In dieser Phase muss ein Hund seinen Platz in der Familie finden. Er benötigt nun eine liebevolle, geduldige aber konsequente Erziehung. Das bereits Gelernte muss weiter trainiert und vertieft werden.
Falsch ist der Gedanke, dass Hunde nun versuchen "Chef des Rudels" zu werden. Man hat festgestellt das Hunde sich im Gegenteil eher an Menschen im Rudel halten, die sichere, freundliche Dominaz austrahlen. Hier kann ein Hund sich geborgen fühlen. Übermäßige Strenge und gar körperliche Züchtigung ist hier weder gemeint, noch nötig!

Auch ist eine gute Hundeschule hilfreich

Die Pubertätsphase

Wissenschaftlich gesehen passiert in kurzen Worten mit Ihrem Hund folgendes: zwischen dem 6.-9. Lebensmonat, manchmal noch später tritt die sexuelle Reife auf, Ihr Hund wird also erwachsen, jedenfalls körperlich. Die soziale Reife erreicht ein Hund, je Rasse erst mit ca 18 Monaten!
Ein heranwachsender Hund muss sich zum Nahrungserwerb bzw. zur Partnersuche weiter vom Rudel entfernen, er muss eigenständiger werden. Das Ergebnis ist, das sich der junge Hund * auf einmal von uns entfernt *, Spuren von Hunden oder Wild verfolgt. Außerdem muss er sich nun gegen Konkurrenten in Bezug auf Nahrung und Partner verteidigen, er wird “ aggressiver” besonders gegen gleichgeschlechtliche Hunde. Andererseits ist ein Hund in diesem Alter oft scheinbar grundlos ängstlich, bellt schnell, oder läuft fast panisch vor etwas weg, was ihn vorher nie gestört hat. Für einen frei lebenden Hund wäre es überlebenswichtig so zu reagieren, da er sich doch nun oft von seinem Rudel enfernt aufhält. All das ist normales Hundeverhalten! Dieses normale Verhalten ist allerdings bei unseren Haushunden aus vielen Gründen unerwünscht, also liegt es an uns, unserem Hund ein gemässigteres Verhalten anzutrainieren

Die Reifephase

Nun ist ein Hund körperlich und auch "geistig" ausgereift und erwachsen.
Charakter und Verhalten sind nun gefestigt und kaum veränderbar. Nur mit sehr viel Training kann man noch gewisse Verhlatensmuster ändern, aber dies kostet viel Zeit und Geduld.
Desshalb: Lieber vorher alles Richtig machen!